2 tlg. Big-Bore Montageanleitung inkl. Kurbellwelle

Ob Standart oder BB, Hauptsache Zylinder

Moderator: Moderatoren

Beitragvon ExOdUs » 04.10.2006, 22:31

Hallo Tuning Freunde,

da es immer wieder zu Fragen oder Problemen bei der Montage des Big-Bore Kit´s und der dazugehörigen Kurbelwelle kommt, habe ich mich entschlossen das Thema noch mal komplett auf zu rollen und eine detaillierte Montageanleitung zu erstellen.

Hier wird Schritt für Schritt erklärt wie ihr die Montage am besten umsetzt.

Zur Montage müsst ihr natürlich den Motor aus eueren Pocket oder Minibike ausbauen. Da es hier viele verschiedene Modelle gibt habe ich dieses Thema hier nicht berücksichtigt. Solltet ihr dennoch Probleme bei der Demontage des Aggregats haben, stehen euch die verschiedenen Sectionen unseres Forums zur Verfügung.

Der Motor:

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Als erstes müsst ihr die beiden Schrauben an der Rückseite eueres Luftfilters raus drehen. Schlitz, Kreuzschlitz oder 4er Inbusschlüssel

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Der zweite Schritt ist die beiden Schrauben die den Vergaser mit dem Ansaugstutzen verbinden ebenfalls raus zu schrauben. 4er Inbusschlüssel

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Jetzt sind die 4 Schrauben vom Ansaugstutzen dran, raus damit. 4er Inbusschlüssel

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Ihr könnt jetzt den Ansaugstutzen abnehmen, somit seht die Hinterseite des Membranblockes.

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Nun könnt ihr den kompletten Block rausnehmen. Der ist nicht verschraubt, kann aber durch die Dichtung am Kurbelwellengehäuse kleben. Einfach abziehen und das Gehäuse von Dichtungsrückständen säubern.

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Hier seht ihr noch mal was bis alles abgeschraubt wurde.

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Jetzt wenden wir und der Kupplungsglocke zu und entfernen die 4 Befestigungsschrauben. 5er Inbusschlüssel

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Die Zentrale Schraube an der Kurbelwelle, die die Kupplung hält, ist als nächstes dran. 10er Schlüssel

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Ist die Schraube entfernt, könnt ihr mit einem kleinen Schraubenzieher die Federn der Kupplung an der Innenseite lösen.

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Als nächsten Schritt müsst ihr die drei Federnhalterungen raus drehen. 14er Schlüssel

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Jetzt holen wir uns zwei oder drei 6er Schrauben mit mindestens 3 cm Gewindelänge zur Hilfe um den Kupplungsträger zu entfernen. In der Regel reichen 2 Schrauben aus. Dreht diese mit der Hand ein bis ihr einen Widerstand spürt und versucht mit einer der beiden Schrauben auf einen Auflagepunkt des Gehäuses zu kommen (blau markiert). Dreht jetzt im Uhrzeigersinn abwechselnd die Schrauben um eine Umdrehung bis der Träger abspringt.

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Ihr könnt die demontierten Kupplungsteile gleich wieder auf den Träger schrauben, da ihr diese später ja wieder verwenden möchtet.

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Das Gehäuse auf der Kupplungsseite sieht jetzt schon leer aus.
Einige Modelle haben auf der Kupplungsseite ebenfalls einen Keil auf der Kurbelwelle. Ist das bei euch der Fall, müsst ihr den entfernen!

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Jetzt wenden wir uns der anderen Seite eueres Motors zu und entfernen die 3 Schrauben des Seilzugstartergehäuses.

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Habt ihr den Seilzugstarter abgenommen, öffnet ihr die zentrale Schraube auf der Kurbelwelle, die Schwungscheibe, Pol- oder Lüfterrad hält. 10er Schlüssel

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Die beiden 6er Schrauben die wir uns zum entfernen des Kupplungsträgers besorgt haben, kommen auch hier wieder mit dem identischen Prinzip zum Einsatz. Schrauben mit der Hand eindrehen, bis man einen Widerstand spürt und abwechselnd im Uhrzeigersinn mit einem Schlüssel jeweils eine Umdrehung reinschrauben bis das Lüfterrad abspringt.

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Jetzt müsst ihr nur noch den Keil von der Kurbelwelle nehmen und gut aufbewahren.

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Als nächstes kommen die 4 Zylinderschrauben dran, nehmt hierzu einen langen 5er Inbusschlüssel.

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Nun könnt ihr auch die Zündspule abschrauben. 4er Imbusschlüssel

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Es ist soweit, ihr könnt den Zylinder nach vorne abziehen.
Geht das nicht da der Zylinder immer noch fest sitzt, kann es daran liegen dass er an der Fußdichtung klebt. Das Problem kann mit einen Gummihammer oder einen stück Holz mit einem Schlag von oben auf den Zylinder schnell behoben werden. NIEMALS von der Seite her Schlagen, da könnte die Kurbelwelle oder die Lager beschädigt werden!

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Als nächstes entfernt ihr einen Sicherungsclip für den Kolbenbolzen mit einer Spitzzange oder einen kleinen Schraubenzieher. Es reicht einer!

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Motor drehen und mit einem Schraubenzier der in die Öffnung vom Kolben passt, aber nicht durch den Kolbenbolzen rutscht, den Bolzen rausdrücken.

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Zylinder, Bolzen, Kolben, Nadellager und Clip gut aufbewahren!

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Die 4 Schrauben auf der Kupplungsseite die das Gehäuse zusammenhalten sind als nächstes dran. 5er Inbusschlüssel

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Jetzt zieht ihr beide Gehäusehälften auseinander und entnehmt die Kurbelwelle. Gehäusehälften von Dichtungsrückständen säubern!

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ZUSATZ - Wechseln der Kurbelwellenlager -

Wer nicht vor hat die Lager zu tauschen, überspringt einfach dieses Kapitel.

Ihr braucht 2 Stück SKF oder FAG Lager mit der Bezeichnung 6202 C3 . Die Lager sind beidseitig offen und haben ein erhöhtes Lagerspiel.

Ofen auf 180 Grad vorheizen und warten bis die gewünschte Temperatur erreicht wird. Jetzt legt ihr die Gehäusehälften mit dem Lager nach unten in den Ofen.
Hierbei kann es zu Geruchsbildung kommen!

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Innerhalb 5 - 10 Minuten fallen die Lager in der Regel von selbst raus. Passiert das nicht, haut ihr die Gehäusehälften einmal flach auf euere Arbeitsplatte und draußen sind sie. Vorsicht heiss!

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Die neuen Lager legt ihr vorher in den Gefrierschrank, somit zieht sich das Material zusammen und wenn ihr sie dann in die noch heißen Gehäusehälften legt, fallen sie von selbst in die richtige Position. Rutschen die Lager nicht in ihre vorhergesehene Position, legt das alte Lager auf das neue und klopft sie mit einen Hammer vorsichtig ein.


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Ölt beide Lager mit einem guten Öl ein. Macht ihr das nicht, kann es sehr schnell zu einen Lagerschaden kommen!


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Legt jetzt die neue Gehäusedichtung auf eine Seite und schneidet die Öffnungen für die Kurbelwelle und den Membranbloch frei.

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Nehmt jetzt euere neue Kurbelwelle zur Hand. Die Fräsung für den Keil gehört auf die Pol- Lüfterradseite. Das ist die Hälfte, die für die Zündspule ausgefräst ist! Es gibt Tuningkurbelwellen die auf beiden Seiten eine Fräsung für einen Keil haben, da achtet auf die Seite wo das Polrad drauf passt.

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Steckt jetzt die Kurbelwelle mit der richtigen Seite in das Kupplungsgehäuse und achtet darauf dass das Pleuel an der richtigen Stelle zum Zylinder raus steht.

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Nehmt nun die andere Hälfte und schiebt sie ebenfalls über die Kurbelwelle bis sie ineinander passen. Bei Bedarf, einfach mit einen Gummihammer etwas nach helfen.

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Schraubt jetzt die 4 Schrauben die benötigt werden um das Gehäuse zusammen zu halten ein und fixiert den Zündkeil an der richtigen Stelle.

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Jetzt könnt ihr das Pol- bzw. Lüfterrad wieder aufsetzten und mit einer Schraube und einen 10er Schlüssel festziehen. Achtet dabei das euch der Keil beim Aufstecken nicht verrutscht oder raus fällt!

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Dreht jetzt den Motor um 180°, steckt die Kupplung auf und zieht diese wider mit der passenden schraube und einen 10er Schlüssel fest.

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Zieht jetzt die Kolbenringe auf den Kolben auf und achtet dabei das die Öffnungen der Ringe richtig zu den Nasen vom Kolben stehen! Außerdem könnt ihr schon einen Sicherungsclip in den Kolben einbringen.Vorsicht, die Kolbenringe nicht zu stark verbiegen, die brechen sonst!

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Steckt das Nadellager in das Pleuelauge und den Kolbenbolzen in die noch offene Seite (die ohne Sicherungsclip) wie auf den Bild zu sehen in den Kolben.

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Positioniert den Kolben an der richtigen Stelle und schiebt den Kolbenbolzen durch das Nadellager komplett in den Kolben. Achtung Kolbenfenster oben ist, bzw. der Pfeil am Kolbenboden Richtung Auslass zeigt!

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Jetzt könnt ihr auch den zweiten Sicherungsclip einbringen.

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Überprüft noch mal ob beide Clips richtig sitzen!

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Stellt jetzt den Motor mit der Kolbenseite nach oben auf euerem Arbeitsplatz und legt die Zylinderfußdichtung auf.

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Gönnt euern neuen Zylinder ein wenig 2-takt Öl auf der Lauffläche, damit bei der ersten Kolbeneinführung keine Kratzer entstehen.

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Jetzt wird es Kritisch. Um den Kolben in den Zylinder zu bringen, müssen die Kolbenringe exakt auf den Nasen vom Kolben stehen und wie im zweiten Bild zu sehen, in den Moment zusammengedrückt werden wo der Kolben in den Zylinder eingeführt wird. Hackt das, oder geht nicht, sind die Ringe falsch positioniert oder nicht richtig zusammengedrückt. Noch mal neu ausrichten, zusammendrücken und ein weiteres mal versuchen!


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Ist diese Hürde überwunden, steckt ihr den Zylinder komplett auf. Achtet dabei das die Fußdichtung an der richtigen Stelle sitzt!

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Legt jetzt die Kopfdichtung ein und positioniert diesen auf eueren Zylinder.

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Wichtig dabei ist, das die Ausfräsung vom Zylinderkopf Richtung Zündspule (Polrad) steht, um diese nicht verspannt zu montieren!

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Das ganze könnt ihr jetzt mit den 4 langen Schrauben festziehen. Die Zündkerze kann ebenfalls eingeschraubt werden.

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Ist alles fest, dreht ihr das Lüfterrad einmal komplett um sicher zu stellen das der Kolben im Zylinder frei läuft. Es ist dabei normal dass es stellenweise schwerer und dann wieder leichter geht. Lässt sich das Lüfterrad nicht komplett drehen, schlägt der Kolben am Kopf oder an der Zündkerze an. In diesen Fall verbaut ihr einer zweite Kopfdichtung!

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Dreht sich alles, könnt ihr die Zündspule mit den dazugehörigen Schrauben wieder montieren. Achtet dabei das der Luftspalt zwischen Zündanker und Polrad. Der soll zwischen 0,2 - 0,4mm betragen! Durch drehen feststellen, ob das Polrad nirgends an der Spule anschlägt.

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Pullstarter richtig positionieren und mit den dazugehörigen Schrauben befestigen.

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Motor wenden und Kupplungsglocke inkl. Korb und Ritzel aufstecken und verschrauben.

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Jetzt kommen wir zu letzten Öffnung des Motors.

Dichtung auf die vordere Seite des Membranblocks legen und mit den sichtbaren Schrauben nach oben in den Motor stecken. Anschließend die zweite Dichtung und den Ansaugstutzen anbringen und alles fest ziehen.

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Steckt jetzt die beiden langen Schrauben durch die Befestigungsschlitze des Vergasers, setzt die Dichtung darauf und verschraubt den Vergaser mit dem Ansaugstutzen.

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Als letztes schraubt ihr noch den Luftfilter mit den beiden Schrauben ein und das war es mit der Big-Boe Montage.

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Zum guten Schluss müsst ihr nur noch den Motor in euer Bike einbauen und Spaß haben!

Kleiner Tipp am Rande: Für Schrauben die nicht mehrmals geöffnet werden könnt ihr ruhig eine Schraubensicherung wie Loctite verwenden. Ich würde hierbei zu „mittelfest raten“.

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Die Sicherungsflüssigkeit am Anfang oder am Ende des Gewindes sparsam auftragen!



Wer einen AdapterKit sucht um einen 49 ccm Zylinder mit 12er Kolbenbolzen auf der originalen Kurbelwelle (ausgelegt für einen 10 mm Kolbenbolzen) fahren zu können, wird bei http://www.minimods.de unter Dichtungen & Lager fündig ;)


LG

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Beitragvon Phili-the-Kid » 05.10.2006, 10:39

Mh, noch Fragen? Nee! Alles bestens!!! Danke!!!

Gruß Phil
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Beitragvon Alex1084 » 05.10.2006, 17:49

besser gehts doch garnicht.....DANKE!!!!!
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Beitragvon WBM » 05.10.2006, 17:54

Tach
Ja..wenn er schon Beiträge verfaßt dann macht er das Richtig der Roland.
Nicht zu Überbieten in Aufmachung, Optik und Verständnis

Gruß Thomas
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Beitragvon Masta » 23.11.2006, 15:57

wie lange dauert des, alles zu machen? ~ ungefähr
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Beitragvon morkbarth » 23.11.2006, 17:02

man braucht nich mal ne stunde für den umbau wenn man übung hat
beim ersten mal kannste vll eineinhalb stunden einrechnen wenn du dir zeit lässt
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Beitragvon mr.big.pig » 23.11.2006, 21:49

morkbarth hat geschrieben:man braucht nich mal ne stunde für den umbau wenn man übung hat
beim ersten mal kannste vll eineinhalb stunden einrechnen wenn du dir zeit lässt


Oder 3 Stunden , wie bei mir :D (mir sind 2 Gehäuseschrauben abgerissen und mussten rausgebohrt werden mit ner Handbohrmaschine :x War doch etwas kompliziert ohne das Gewinde komplett zu zerstören ... )

Aber wenn man Übung hat und Alles glatt läuft, sollte in d.R ne Stunde dicke reichen.


Gruss
Der "Monster"fahrer :)


Selfmade Tuning kostet fast Nix ... ausser Nerven!!! :)
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Beitragvon morkbarth » 23.11.2006, 21:53

ja ok aber rausbohren würde ich eh nich machen da zerstört man zu sehr das gewinde
ich erodiere nur noch schrauben raus wenn mir welche wegbrechen
aber die mglichkie haben ja nicht alle (nur die wenigsten)
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Beitragvon robertlesch1234 » 18.12.2006, 19:18

ich musste auch eine schraube aufböhren aber sonst hatt alles gut geklapt
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Beitragvon Chris1976 » 21.11.2007, 15:31

Hallo,

so wie der Zylinderkopf montiert ist, hat das Polrad seine Funktion als Lüfterrad so gut wie verloren....

Auch wenn die Stellung des Kopfes durch die Ausspahrung vorgeschrieben ist sollte das dennoch geändert werden.

Durch diese Position kann die Luft vom Polrad nicht über den Kopf geblasen werden und hat somit auch keine Kühlwirkung. Es wird schließlich nur gegen die erste Kühlrippe geblasen.... :(

Also Feile ansetzten und den Kopf um 90° drehen...

Gruß Chris
Bilder, Videos und sonstiges über mich und meine Bikes gibt es hier:

http://ultra-long-john.dyndns.org/bikes/
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